Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz

Für mehr als 75 Prozent der Weltbevölkerung ist eine sogenannte Laktoseintoleranz der Normalfall. Erwachsenen in Afrika, Asien und Südamerika fehlt in der Regel das Enzym Laktase, mit dessen Hilfe Milchzucker verdaut wird. Lediglich in Europa, Nordamerika und Australien gehören Milch und Milchprodukte zu den Hauptnahrungsmitteln und werden daher etwas besser vertragen. Doch auch auf diesen Kontinenten steigt die Unverträglichkeit von Milcheiweiß. In Deutschland leiden nach Schätzungen 15 bis 25 Prozent der Erwachsenen daran.

Eine Laktoseintoleranz ist noch keine Allergie. Meistens können kleine Mengen von Milcheiweiß problemlos verdaut werden. Erst, wenn schon der Genuss eines Stückes Hartkäse zu Bauchschmerzen, Durchfall oder ähnlichem führt, dürfte eine echte Allergie vorliegen. Diese ist dann auch testbar.

(Quelle: DAK, weitere Informationen unter: www.dak.de)

Diagnose einer Laktoseintoleranz

Die valide Diagnose einer Laktoseintoleranz sollte unbedingt von einem Arzt erfolgen. Unverträglichkeiten, Allergien und andere Beschwerden, die im Zusammenhang mit dem Genuss von Milch erfolgen, müssen nicht unbedingt in einer Laktoseintoleranz begründet liegen. Jedoch ist es für den Arzt und das erste Anamnesegespräch von Vorteil, wenn der Patient ungefähr abschätzen kann, wann und nach welchem Nahrungsmittel die Probleme auftreten.

Zur Diagnose einer Laktoseintoleranz werden im Folgenden Faktoren ausgeschlossen, die auch als Ursache für geschilderte Symptome des Patienten infrage kommen könnten. Dazu gehören beispielsweise Mangelerscheinungen jedweder Art, Dünndarmerkrankungen, Glutenunverträglichkeit oder ein Reizdarm. Liegt keine dieser Ursachen vor, kann der Arzt zur Diagnose einer Laktoseintoleranz einen Gentest, einen Wasserstoffatemtest oder evtl. zusätzlich einen Laktose-Toleranz-Test anordnen:

1. Wasserstoffatemtest: Der Wasserstoffatemtest dient als valides Mittel zur Diagnose einer Laktoseintoleranz. Zunächst wird der Wasserstoffgehalt im Atem des Patienten gemessen. Anschließend trinkt der Patient wiederholt über einen gewissen Zeitraum mehrere Milchzucker-Lösungen auf nüchternen Magen. Das nächste Messergebnis wird mit den Erstwerten verglichen und kann Aufschluss über eine Laktoseintoleranz geben: Bei Patienten mit einer Laktoseintoleranz ist der zweite Messwert deutlich erhöht, da die unverdaute Laktose im Darm Gase freisetzt und der entstehende Wasserstoff teilweise ausgeatmet wird.

2. Laktose-Toleranz-Test: Wie beim Wasserstoffatemtest nimmt der Patient auch hier mehrere Milchzucker-Lösungen zu sich. Zur Diagnose einer Laktoseintoleranz wird anschließend Blut abgenommen, von dem die Blutzuckerwerte gemessen werden. Bei einem gesunden Menschen steigt der Blutzuckerspiegel durch das Aufspalten der Laktose an. Menschen mit einer Laktoseintoleranz weisen einen wesentlich niedrigeren Wert auf.

3. Gentest: Für die Diagnose einer primären Laktoseintoleranz kann auch ein Gentest dienlich sein, der über eine einfache Speichelprobe durchgeführt wird. Weil ein Gentest jedoch verhältnismäßig teuer ist und wenig Aufschluss über die Art der Intoleranz gibt, macht der Arzt dieses Vorgehen vom Einzelfall des Patienten abhängig.

Therapie einer Laktoseintoleranz

Zur Therapie einer Laktoseintoleranz ist die vorherige Diagnose eines Facharztes unbedingte Voraussetzung. Erst wenn die Laktoseintoleranz, also die verminderte Laktaseaktivität, bewiesen ist, kann eine Therapie auf die individuelle Unverträglichkeit zugeschnitten werden. Generell gilt: Patienten mit einer Laktoseintoleranz sollten nur so viel Milchzucker über ihre tägliche Nahrung aufnehmen, wie sie tatsächlich vertragen, also wie der Stoffwechsel beschwerdefrei umsetzen kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Patienten, die keine Laktaseaktivität aufweisen, müssen zur Therapie ihrer Laktoseintoleranz auf alle milchzuckerhaltigen Produkte verzichten.

Milchallergie
Lebensmittelallergien

Ähnliche Beiträge

Diese Seite verwendet Cookies, Google Analytics und diverse Social Media Like & Share Buttons. Durch Klick auf den grünen Button geben Sie Ihre Zustimmung zur Verwendung von Cookies, entsprechenden Datenübertragung an Dritte (auch nach USA) und zur Datenschutzerklärung lt. neuer EU DSGVO.